Wally + Woodstock
katzenalltägliches
katzenalltägliches
06. Aug
Ein paar Stunden später, am Abend, nahm die Katzenmama den erlösenden Anruf entgegen, dass der Weiße die OP gut überstanden hat. Neben der großen Verletzung gab es noch drei weitere, kleinere, die versorgt werden mussten. Über Nacht blieb er dann in Obhut der Tierarztpraxis, während die Katzenmama kaum Ruhe fand.
Am nächsten Vormittag kam der Anruf, dass der Weiße DRINGEND nach Hause wollte. Glücklich nahm sie ihn in Empfang mit der Weisung, ihm täglich Tabletten und Saft gegen Schmerzen zu verabreichen.
Und ihm mindestens fünf Tage Stubenarrest zu erteilen.
Die Gefahr, dass sich der Kater in der Natur im Staub wälzt und so die frischen Narben verunreinigt, ist einfach zu hoch. Die freundliche Tierärztin überließ es der Katzenmama, dies dem Kater beizubringen.
Auf der Heimfahrt jammerte der Weiße. Gibt Laute von sich, die die Katzenmama noch nie von ihm gehört hat. Zum Glück haben sie es nicht weit und schon vor der Haustüre versucht der Kater aus dem Kennel auszubrechen.
Endlich zu Hause stürmt er aus dem Kennel direkt zur Terrassentür. Die für ihn aber die nächsten Tage verschlossen bleibt. Anschließend stürzt er sich auf den Trinkbrunnen und trinkt, als ob er gerade eine Woche in der Wüste unterwegs war. Gemäß Anweisung bekommt er auch ein Häppchen Hähnchenbrust, denn seine letzte Mahlzeit ist schon gefühlte 48, tatsächliche 18 Stunden her. Die Katzenmama hat Angst, dass er sich verschluckt, denn anschließend würgt er ein wenig. Es geht aber alles gut. Der arme Kater, der entsetzlich nach ibääh, sprich Tierarztpraxis riecht, wird von seiner Schwester abgeschleckt, die trotz dem keine Berührungsängste hat. Er selbst will sich die Narben ab schlecken, was zu unterbinden gilt. Was nicht immer gelingt.
Nachdem er sich unter dem Bett versteckt die Wunden säubern udn Fäden selbst ziehen will, ist Schluss mit lustig. Der Kragen muss ran. Der Tiger wehrt sich, ergibt sich aber bald seinem Schicksal und schleicht durch die Räume, sucht sein Versteck unter dem Bett auf und ward die nächsten Stunden nicht mehr gesehen.
Die Katzenmama wird dann die heute verplemperten Stunden am morgigen Samstag im Büro verbringen.
Was man nicht alles tut für seine Katzenkinder …
05. Aug
Der Weiße, Große, der war heute ein wenig still. Nach der Wohnungsbesichtigung, wo die Katzenmama den Katzenkindern vorschwärmte, was für ein Katzenparadies sie erwarten würde, legte der Weiße sich auf sein angestammtes Plätzchen. Eine Kraulrunde lehnte er ab, was sehr verwunderte. Der Kater ist NIE einer Kraulrunde abgeneigt.
Nähere Erkundungen zogen es mit sich, dass die Katzenmama erschreckt feststellte, dass der Weiße an der rechten hinteren Flanke eine offen klaffende Wunde hatte, die nässte, aber nicht blutete. Was deswegen und aufgrund des langen dichten Fells nicht sofort zu erkennen war.
Kurzentschlossen wurde der Weiße in den Katzenkorb gesteckt und mittels vier Räder, die bei den Katzenkindern äußerst unbeliebt sind, zum Tierarzt kutschiert. Die Katzenmama hatte sich im Übrigen schon vor einiger Zeit in den Kopf gesetzt, das nächste Mal die Tierarztpraxis aufzusuchen, die von der Nachbarin so gelobt wurde und wesentlich näher als die sonst besuchte liegt. Viel Aufregung für einen kleinen weißen Kater. Denn dort waren auch erschreckend viele große Hunde, die genauso wenig erpicht auf einen Tierarztbesuch waren, wie der Weiße.
Nach einiger Warterei wurde endlich der Name des Katers aufgerufen. Widerstrebend und äußerst unwillig ließ er sich von der äußerst netten Tierärztin aus dem Korb heben. Nach einer Grunduntersuchung, die auch ein Popofiebermessen beinhaltete, was von dem Weißen entsprechend kommentiert wurde, wurde die Wunde untersucht. Ergebnis: Operation. Sofort.
Jetzt liegt der weiße Kater in seinem Transportkorb allein in der Praxis und wartet darauf, dass er noch an diesem Abend eine Narkose erhält, um die unangenehmen Nebenerscheinung einer offensichtlich heftigen Rauferei mit einer anderen Katze zu beheben. Die Katzenmama musste mit leeren Armen zurück zur kleinen Tricolor, die den Weißen bisher nicht vermisst.
Morgen weiß man mehr.
28. Jul
Heute ist eine neue Futterlieferung angekommen. Zwar fehlte ein großer Teil, aber das Spielzeug war wenigstens dabei.

Woodstock {Wassn das für ein kleines Ding? Das riecht … duftet ja… herrlich}

Woodstock {Finger weg! Das ist jetzt meins!}
Gibts eigentlich bei Online-Shops keine Qualitätskontrolle? Zumindest der hier ist jetzt nach der ichweißnichtwievielten beanstandeten Lieferung für mich gestorben.
27. Jul
Heute vor einem Jahr war für Wally und Woodstock ein ganz großer Tag – denn die beiden zogen (unfreiwillig) bei ihrer Katzenmama ein. Seitdem ist unser aller Leben anders. Oder eher das der Katzenmama. Das der beiden Rabauken hat sich nicht großartig verändert: Schlafen, Futtern, Kraulen, Rumtollen, Rumstreunern, Futtern, Kraulen, Schlafen …
Das der Katzenmama sieht heute so aus: Aufstehen, für Futter sorgen, Katzenkinder einsammeln, eine Runde kraulen, Wasserbrunnen reinigen, Futterreste beseitigen, neues Futter hinstellen, Katzenkinder einsammeln, fertig für die Arbeit machen, Katzenkinder kraulen, die sich zum Schlafen hinlegen. Und wenn die Katzenmama heim kommt: Katzenkinder begrüßen, eine Runde kraulen, für Futter sorgen, eine Runde kraulen, die Katzenkinder nach draußen entlassen, für Futter sorgen, zwischendurch eine Runde kraulen, für die Nacht bereit machen, sorgenvoll im Bett rumliegen, während draußen Katzenkämpfe stattfinden, den maunzenden Kater begrüßen, nach Bedarf trocken reiben, ein Stündchen schlafen, die liebebedürftige Katze kraulen, schlafen, dann siehe oben …


Die Katzenmama möchte sie aber auf keinen Fall und niemals mehr missen!
25. Jul
